Gewalt macht frei
Einfach mal wen töten,
Brich ihm das Genick.
Blut tropft mir vom Messer,
Ach, wie ist das schick.
Einfach mal wen treten,
In die Fresse rein,
Und dann in die Nieren,
Und am Schluß an's Bein.
Und wenn ich es tue,
Bin ich mal so frei,
Und stört mich irgendeiner,
Dann tret' ich ihn zu Brei.
Einer gegen alle,
Das gibts nur im Film!
Im Leben ist das umgekehrt,
Das kann jeder sehn.
Lieber alle auf einen!
Das spart Kraft und Zeit,
Und gibt dem Bürger das Gefühl
Von mehr Sicherheit.
So lebt es sich bewußter,
Und es macht mehr Spaß.
Wenn ich da oben schon keinen erwische,
Tu ich unten wenigstens was.
Ich schnüre mir die Stiefel
Und geh mit festem Schritt.
So schaff' ich mir Beachtung
Mit jedem Tritt.
Über mir die Geier,
Unter mir der Dreck.
An die Geier komm' ich eh' nicht ran,
Also was muß weg? Der Dreck!
Einer gegen alle...
Wenn ich es recht bedenke,
Bin ich ein armes Schwein.
Doch damit ich das nicht merke,
Schlag ich andern die Fresse ein.
Das gibt mir das Bewußtsein,
Daß ich was Besseres bin,
Und wenn sie sich nicht wehren,
Dann lang' ich grade hin.
Denn Denken, das ist Schwäche,
Verdammt uns in finsterste Nacht,
Und wenn es erst tausend Kehlen schrein,
Ist der Beweis erbracht!
Text und Musik: Matthias Kießling
© Matthias Kießling -
mit freundlicher Genehmigung des Autors
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