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PRESSEMITTEILUNG 4.12.2011

Verlag treibt MUT-Verein aus Lorch in den Ruin.

Der Verein MUT (Verein für Menschlichkeit und Toleranz) mit Sitz in Lorch-Unterkirneck, muss jetzt um seine Existenz fürchten. Grund dafür ist eine Schadenersatzforderung des Verwaltungs-Verlags in München über 500 Euro. Der Verlag gibt interaktive Stadtpläne im Internet heraus. So auch den Lorcher Stadtplan auf der Homepage der Stadtverwaltung. Wie der Vereinsvorsitzende und Musiker Erich Schmeckenbecher (Zupfgeigenhansel) aus Lorch mitteilt, bezieht sich die Forderung des Verlags auf die einmalige Verwendung einer Anfahrtsskizze zum Kloster Lorch. Dort veranstaltete der Verein bereits im Oktober 2008 unter dem Titel „KulturJahresZeiten im Kloster Lorch“ seine erste Veranstaltung in dieser viel beachteten Reihe. Bei dem abendfüllenden Programm traten fünf Künstler auf. Darunter die Schriftstellerin Claire Beyer.

Erich Schmeckenbecher: „Nachdem uns der Verlag auf die angeblich unzulässige Nutzung hingewiesen hat, haben wir den mickrigen Ausschnitt sofort vom Netz genommen“. Dann habe der Verein drei Jahre nichts mehr vom Verlag gehört. Jetzt wolle er plötzlich seine Forderung gerichtlich durchsetzen.

MUT e.V., so Schmeckenbecher, sei ein gemeinnütziger Verein der in einem offenen Dialog über die Vielfältigkeit der Ursachen von Gewalt, Extremismus und Rassismus seine Aufgabe sehe. „Angesichts des unglaublichen Neonazi-Terrors wäre es gesellschaftlich unverantwortlich unseren Verein in den Ruin zu treiben“ (Schmeckenbecher). Beim Verlag vermisst der Unterkirnecker deshalb jegliches Feingefühl, zumal 500 Euro für den Verein eine unverhältnismäßig hohe Summe Geld bedeutet.

MUT lebe und arbeite ohne irgendwelche Zuschüsse ausschließlich von bescheidenen Mitgliedseinnahmen ehrenamtlich. Wenn der Verlag seine Forderung durchsetze, sei der Verein pleite. Ihm leuchtet ohnehin nicht ein, warum eine private Nutzung der Stadtpläne möglich ist, aber gemeinnützigen Vereinen dies nicht erlaubt sein soll.

Schmeckenbecher hofft jetzt auf die Unterstützung der Stadtverwaltung. „Der Stadt kann es doch nicht egal sein, wenn wir mit einer hochkarätigen Kulturveranstaltung Menschen nach Lorch bringen und zur Strafe treibt uns ein Vertragspartner der Verwaltung in den Ruin!“.